Verkehrte Welt in Basel – Ausgerechnet Jungparteien, die einst ein Sprachrohr für die Jugend und mehr Mitsprache für Jugendlichen durch die Gründung eines Jugendparlamentes forderten, stellen dieses mit Kritik an der mangelnden Transparenz und der Forderung nach mehr Direktfinanzierung für die Basler Jungparteien in Frage. Die Kritik der linken Jungparteien kommt wenig überraschend, fühlen sich doch eben diese Parteien vor den Kopf gestossen, da sie an einer Podiumsdiskussion nicht vertreten waren. 

Am 19. Januar fand im Sommercasino eine Podiumsdiskussion zur Abstimmungsvorlage über die «Erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration» statt. Nebst einem Vertreter der Jungliberalen diskutierten die Vizepräsidentin der Grünliberalen Basel-Stadt und ein Mitglied der Jungen SVP mit. Im Vorfeld der Podiumsdiskussion warfen die Juso Basel-Stadt und das Junge Grüne Bündnis Nordwestschweiz dem Jungen Rat, dem Veranstalter dieser interessanten und dynamischen Diskussionsrunde, vor, die jungen linken Parteien mutwillig von der Teilnahme an der Diskussion ausgeschlossen zu haben.

Die Juso wirft nun dem Jungen Rat vor, er erreiche mit seinen Veranstaltungen nicht die Jugend, lasse Jungpolitiker aussen vor und verschwende die hohen Geldbeträge aus öffentlicher Hand. Die Teilnehmerzahlen am Politkongress «Unsere Meinung zählt!» und die vollen Sitzränge an den Podiumsdiskussionen im Vorfeld der Regierungsratswahlen und der Nationalratswahlen wiedersprechen diese Vorwürfen. Es stimmt auch nicht, dass der Junge Rat Jungpolitiker aussen vorlasse, so bietet er im Rahmen der Podien im Vorfeld der Abstimmungen jungen, unerfahrenen und aufstrebenden Jungpolitikern die einmalige Möglichkeit auf einem Podium aufzutreten. Die Jungliberalen unterschätzen nicht die Arbeit die der Junge Rat für Jugendliche in der Stadt Basel und im Dachverband Schweizer Jugendparlamente leistet. Der Junge Rat, gemäss den Richtlinien des Kantons, bietet jungen Menschen einen Raum, sich aktiv mit sozio-ökonomischen Fragen auseinander zu setzen, Visionen zur weiteren Gestaltung der Stadt Basel zu entwickeln und diese miteinander zu diskutieren.

Den im Vorfeld der Podiumsdiskussion geäusserten Vorwurf der systematischen Benachteiligung linker Parteien an den Podien weisen die Jungliberalen Basel-Stadt zurück. Die Jungliberalen schätzen es, dass der Junge Rat versucht «eine ausgewogene Teilnahme der Jungparteien zu erreichen» und wir anerkennen auch dessen Bemühung Geschlecht und Alter ausgeglichen zu vertreten. Wir hoffen, dass die Vertreter der Juso Basel-Stadt einsehen, dass sie mit der Anzahl der Teilnahmen ihrer Vertreterinnen und Vertreter an den vergangenen Podiumsdiskussion vorne liegen und bitten sie darum, dass sie sich bei der Auswahl der Podiumsdiskussionsteilnehmer weiterhin fair zu verhalten.

Die Jungliberalen nehmen mit grosser Irritation und mit Unverständnis die haltlose und unsachliche Kritik der jungen linken Parteien am Jungen Rat zu Kenntnis. Die Vorwürfe sind nicht nur verfehlt, sie zeugen auch von fehlender Wertschätzung für den grossen Einsatz des Jungen Rats, dessen Mitglieder sich für die Interessen der Jugendlichen einsetzen und versuchen diese auch für die Belange der Politik sensibilisieren. Die Jungliberalen unterstützen grundsätzlich all jene, die sich für die politische Jugendpartizipation einsetzen und Jungpolitiker fördern, doch ob die Mittel in gleicher Höhe für den Jungen Rat gerechtfertigt sind, lässt sich zumindest in Frage stellen, da schliesslich auch Jungparteien ohne Mittel aus der öffentlichen Hand auskommen müssen.