Mit einer Bombe ins neue Studienjahr – Jungliberale gegen Unikürzungen, für eine Volluniversität und die Zweiradinitiative.

2017 ist erst wenige Wochen alt und schon hat sich politisch einiges getan. In einem Kernanliegen der Jungliberalen, der Bildungspolitik, für welche wir uns in den letzten Jahren gegen Budgetkürzungen, einen möglichen Standortwechsel, sowie gegen die Wohnungsnot für Studierende, stark machten, gibt es erneut Handlungsbedarf.

Während sich die meisten Studentinnen und Studenten mit Hochdruck auf ihre Semesterprüfungen vorbereiten, lässt die Baselbieter FDP eine Bombe platzen. 40 bis 60 Millionen solle der Kanton Basellandschaft künftig an der Uni sparen – natürlich ohne Qualitätsverlust.
Man könne ja beispielsweise von ausländischen Studierenden höhere Gebühren verlangen. Gewiss ist dies eine Massnahme, die bei einigen Universitäten in der Schweiz und auch im Ausland Anwendung findet. Die FDP Baselland bedenkt jedoch nicht, dass besagte Massnahme höchstwahrscheinlich nicht ein zweistelliges Millionen-Loch in den Kassen der Uni Basel zu stopfen vermag. Vielmehr befürchten wir von den Jungliberalen, dass die Universität viele ausländische Studenten verlieren würde, gerade solche die wir für unseren Forschungsstandort Basel dringend benötigen und die unseren Unistandort international ausrichten.
Man will den Rotstift ansetzen, um die Universität „wirtschaftlicher“ zu gestalten. Es ist uns jedoch zu einfach gedacht Fächer wie Theologie, Soziologie oder Archäologie als unrentabel zu verunglimpfen. Niemand weiss wie künftig Innovation geschaffen werden kann. Aber sicherlich nicht durch ein uniformes Schablonendenken einzelner Betriebswirte und Juristen. Gerade die Interdisziplinarität einer „universitas litterarum“, der Gesamtheit der Wissenschaften, war immer wieder Treiber von Innovation. Dasselbe Prinzip findet Anwendung in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung, bei welcher der ökonomische Ertrag ebenfalls nicht abzuschätzen ist. Bildung soll aus diesen Gründen nicht gewinnorientiert betrieben werden, sondern Platz haben für unabhängige Forschung. Zudem wäre es weder weitsichtig noch im Sinne der Tradition die älteste Universität des Landes, welche schon etliche Grössen hervorbrachte, zu streamlinen. An dieser Stelle wollen wir uns jedoch nicht gänzlich gegen die Möglichkeit aussprechen, auch andere Finanzierungswege für die Universität in Betracht zu ziehen.
Kämen die von der FDP geforderten Vorschläge durch, so wäre dies, passend ausgedrückt durch unseren Bildungsdirektor Christoph Eymann, der Todesstoß für die Universität Basel. Sie würde vom Bund und der Welt kaum noch wahrgenommen werden und in der bildungslandschaftlichen Bedeutungslosigkeit versinken.
Nicht lange ist es her, da gelobten Baselbieter Politiker im Schein von Höhenfeuer und im Schatten von Freiheitsbäumen, bei einem Nein zur „Fusionsinitiative“ die Zusammenarbeit mit dem Stadt-Kanton zu verstärken. Nur wenige Jahre danach ist nichts mehr übrig von diesem Versprechen. Eine Auslagerung des Unistandortes nach Liestal klingt in diesem Zusammenhang dann eher wie eine Farce.
Um die Universitätsfinanzen zu sichern, schliessen wir von den Jungliberalen nicht aus, dass man sich auf die Suche nach weiteren Partnern für unsere Universität machen sollte – um Drittmittel zu akquirieren. Man darf sich durchaus Gedanken machen, mehr Lehrstühle durch Private finanzieren zu lassen. Das müssten auch nicht zwingend durch Unternehmungen geschehen – immerhin leben wir in der Regio Basiliensis in einer Stiftungshochburg par excellence.

Abgesehen von der Bildungspolitik hat das politische Jahr 2017 zumindest verkehrstechnisch gut begonnen. So schaffte es das überparteiliche Komitee, trotz Feiertage, das Referendum gegen den Luxusveloring auf die Beine zu stellen und der Regierungsrat erlässt zur Zeit einen Gegenvorschlag in welchem er die meisten Punkte unserer Zweiradinitiative umsetzen wird und eingesteht, dass man falsch plante. So spricht sich die Regierung in ihrer Medienmitteilung gegen die geplanten Rollerparkgebühren aus, gegen welche die bürgerlichen Jungparteien gemeinsam mobil machten. Wir bleiben am Ball und sind gespannt auf die konkrete Ausformulierung des Gegenvorschlags – und ganz generell aufs 2017.

Ihre Jungliberale
Benjamin Grob, Vorstand Jungliberale
Lukas Hug, Vorstand / Kassier Jungliberale
Michael Hug, Präsident Jungliberale